Deponiegas in Ankara, TürkeiDeponiegas in Ankara, Türkei
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KategorieKategorie Biogas   Emissions-Emissions-
reduktionreduktion
413.793 tCO2e (Apr’08 - Mär‘09)
StandortStandort
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Türkei ProjektstatusProjektstatus VER
zertifiziert

PROJEKTBESCHREIBUNGPROJEKTBESCHREIBUNG

Die Mamak Mülldeponie in der Türkei sammelt und nutzt austretendes Methan zur Erzeugung von sauberem Strom. So wurden im Zeitraum von April '08 bis März '09 bereits 413.793 Tonnen CO2 eingespart.

 

In Entwicklungs- und Schwellenländern ist die unzureichende Abfallbeseitigung eines der dringendsten Probleme. So wurden auch in der Mamak Mülldeponie vor den Toren der türkischen Hauptstadt Ankara in den letzten 30 Jahren über 20 Millionen Tonnen Müll unbehandelt und unsortiert abgelagert.

 

Da Mülldeponien große Mengen Deponiegas, bestehend aus Methan und Kohlendioxid, ausstoßen, hat das Klima aber auch die Bevölkerung in der Umgebung zu leiden. Auch die Qualität des Grundwassers in Regionen von Mülldeponien ist oft sehr schlecht, da Abwässer in der Regel ungefiltert abfließen.

 

Die Hauptkomponente des Projektes besteht daher in der Sammlung des aus der Deponie entweichenden Methans und dessen Verbrennung in Turbinen zur Erzeugung sauberen Stroms. Um das Gas zu sammeln, wird die gesamte Deponie mit einer Folie abgedeckt. Bei der anschließenden Verbrennung wird der Methananteil weitgehend in Kohlendioxid umgewandelt. Da Methan über zwanzigmal schädlicher für das Klima ist als die gleiche Menge Kohlenstoffdioxid, wird dadurch der Effekt auf das Klima drastisch gemindert. Gleichzeitig ersetzt die erzeugte Elektrizität Strom aus fossilen Brennstoffen. Damit nutzt dieser Projekttyp ein vorhandenes Potenzial zur Energiegewinnung und hat gleichzeitig einen doppelt positiven Effekt auf das Klima.

Ein weiterer Aspekt des Projekts ist der bereits abgeschlossene Bau einer Sortieranlage. Hier werden die organischen von den nicht-organischen Bestandteilen des Mülls getrennt und durch Vergärung in Biogas umgewandelt. In einer weiteren Anlage wird aus dem Kohlenstoff des nicht-organischen Mülls ein Synthesegas erzeugt. Beide Anlagen liefern damit zusätzlichen Brennstoff für die Elektrizitätserzeugung und reduzieren zeitgleich die Menge Müll, deren Deponierung sich nicht vermeiden lässt, deutlich.

 

Neben der direkten Klimawirkung profitieren auch die lokale Natur und die Bevölkerung vor Ort von diesem Projekt. Ein modernes Auffangsystem sorgt dafür, dass Sickerwasser aus der Deponie nicht in das Grundwasser gelangt. Darüber hinaus werden alle stillgelegten Deponieteile mit Erde bedeckt und renaturiert und gleichen so einen Teil der Umweltschäden der Deponie wieder aus.

 

Die Schaffung von über 200 langfristigen Arbeitsplätzen auf der Deponiegasanlage zeigt auch in diesem Klimaschutzprojekt erneut, dass sich Klimaschutz und das Interesse der lokalen Bevölkerung an einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung nicht ausschließen müssen.